Umgang mit dem Überredungsgeschick der Kinder: 6 Tipps für Eltern

Jeder kennt es: Das “Überredungsgeschick” unserer Kinder, auch bekannt als “Pester Power”. Dieses Phänomen beschreibt die Fähigkeit von Kindern, ihre Eltern durch hartnäckiges Bitten und Drängen dazu zu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen oder bestimmte Wünsche zu erfüllen. Wie können wir als Eltern damit umgehen, ohne nachzugeben oder ständig in Konflikte zu geraten?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pester Power?

Pester Power bezieht sich auf die Fähigkeit von Kindern, ihre Eltern dazu zu bringen, etwas zu kaufen, indem sie immer wieder danach fragen, bis sie es bekommen. Werbeanbieter wissen, wie mächtig Pester Power sein kann und nutzen sie oft gezielt aus, um Produkte zu bewerben und den Kaufwünschen von Kindern nachzukommen. Kinder können durch wiederholtes Bitten ihre Eltern beeinflussen, sei es für Süßigkeiten, Spielzeug oder andere Artikel. Diese anhaltenden Anfragen können Eltern unter Druck setzen und zu Konflikten führen, insbesondere wenn die Eltern den Wünschen ihrer Kinder nicht nachkommen möchten.

Das neue Zeitalter der jugendlichen Social-Media-Influencer

In der heutigen Zeit haben Social-Media-Influencer einen enormen Einfluss auf unsere Teenager. Diese Influencer können dazu beitragen, das Verhalten unserer Kinder zu formen und sogar Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Pester Power kann durch die ständige Präsenz von Influencern in den sozialen Medien verstärkt werden.

Pester Power, Überredungsgeschick

Wie können Eltern auf positive Weise reagieren?

Tammy L., ein ehemaliger Kindergarten-Erzieher empfiehlt, dass es einige effektive Strategien gibt, um mit Pester Power umzugehen. Hier sind einige Tipps, die euch helfen können:

  1. Bleib ruhig und gelassen: Wenn du von deinem Kind um etwas gebeten wirst, das du nicht erlauben möchtest, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu geraten. Erkläre deinem Kind ruhig und sachlich, warum du diese Entscheidung getroffen hast. Versuche, geduldig zu bleiben und vermeide es, dich von Emotionen überwältigen zu lassen. Dein Kind wird deine Standhaftigkeit schätzen und besser verstehen, warum gewisse Regeln gelten.
  2. Setz klare Grenzen: Leg klare Regeln und Grenzen fest, was du deinen Kindern erlaubst und was nicht. Sei konsequent und halte dich an diese Regeln, um Verwirrung und Unklarheiten zu vermeiden. Durch klare Grenzen fühlen sich Kinder sicher und wissen, was von ihnen erwartet wird. Überprüfe regelmäßig die Regeln und passe sie gegebenenfalls an, um sicherzustellen, dass sie angemessen sind.
  3. Hör zu: Nimm dir Zeit, um deinem Kind zuzuhören und zeige Verständnis für seine Wünsche und Bedürfnisse. Versuche, dich in seine Lage zu versetzen und seine Perspektive zu verstehen. Indem du deinem Kind zuhörst, zeigst ihm, dass seine Meinung zählt. Wenn möglich, suche nach einem Kompromiss, der für beide Seiten akzeptabel ist.
  4. Erklär die Gründe: Wenn du deinem Kind eine Bitte verweigerst, erkläre ihm die Gründe dafür. Kinder sind oft offener für Einsicht, wenn sie verstehen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Sei dabei ehrlich und einfühlsam, und vermeide es, dein Kind zu bevormunden. Auf diese Weise förderst du sein Verständnis für Regeln und Konsequenzen.
  5. Nutz Ablenkung: Lenk die Aufmerksamkeit deines Kindes auf andere Aktivitäten oder Interessen, um seine Gedanken von dem gewünschten Objekt abzulenken. Biete ihm Alternativen an, die genauso spannend oder interessant sind. Ablenkung kann helfen, Konflikte zu entschärfen und die Situation zu entspannen.
  6. Bleib standhaft: Sei konsequent in deiner Haltung und lass dich nicht von emotionalem Druck oder Schuldgefühlen beeinflussen. Bleib bei deiner Entscheidung, auch wenn es schwer fällt. Dein Kind wird lernen, deine Grenzen zu respektieren, wenn du standhaft bleibst und klare Konsequenzen setzt.

 

Experten wie Psychologen und Erziehungswissenschaftler betonen die Bedeutung, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kinder zu respektieren, während wir gleichzeitig klare Grenzen setzen und konsequent bleiben. Durch das Lehren unserer Kinder, mit Enttäuschungen umzugehen und alternative Lösungen zu finden, unterstützen wir sie bei der Entwicklung wichtiger Lebenskompetenzen.

Quellen:

Henry, H. K. M., & Borzekowski, D. L. G. (2011). The Nag Factor: A mixed-methodology study in the US of young children’s requests for advertised products. Journal of Children and Media5(3), 298–317.

De Veirman, M., & Hudders, L., & Nelson, M.R., (2019). What is Influencer Marketing and How Does it Target Children? A Review and Direciton for Future Research, Frontiers in Psychology, Vol. 10-201

“What is the Nag Factor?”, David J Bredehoft Ph.D., Psychology Today (Stand 15.10.2021)

“Dealing with pester power”, NatWest MoneySense (abgerufen am 14.05.2024)

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