Haustiere und Kinder – Ja oder nein?

„Mama, ich möchte einen Hund!“ oder „Papa, ich hätte so gerne eine Katze!“, diese Sätze haben sicherlich viele Eltern schon gehört. Vor allem dann, wenn der beste Freund oder die beste Freundin stolze Haustierbesitzer sind oder das Thema Tiere den Sachkundeunterricht erobert. Welche Vorteile Kinder daraus ziehen, wenn sie mit einem Haustier aufwachsen und was es zu berücksichtigen gilt, das erfährst du in diesem Artikel.

Verantwortung tragen

Das Aufwachsen mit einem Haustier kann das Leben von Kindern bereichern und ihnen wichtige Fähigkeiten vermitteln. Ein Haustier zu besitzen, ganz gleich ob Hund, Katze oder Goldfisch bedeutet immer auch Verantwortung zu tragen. Denn das Tier muss gefüttert, gepflegt und auch gereinigt werden. Je nach Alter des Kindes, kann es bereits kleinere oder sogar größere Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel die Fütterung oder Reinigung des Futternapfes. Ältere Kinder können auch schon die Gassi-Runde übernehmen.

Eltern sollten sich jedoch vor der Anschaffung eines Tieres im Klaren sein: Langfristig werden es die Eltern sein, die den Großteil der Aufgaben übernehmen. Ist die anfängliche Euphorie erst einmal abgeebbt, müssen die alltäglichen Aufgaben dennoch erledigt werden. So wird das Gassigehen mit dem Hund am frühen Morgen oder die Reinigung des Hamstergeheges schnell in den Aufgabenbereich der Eltern rutschen.

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Empathie entwickeln

Wächst dein Kind mit einem Haustier auf, lernt es dabei mitfühlend mit anderen Lebewesen umzugehen. Es lernt die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und auf diese einzugehen.

Doch Vorsicht: Hier kommt es natürlich erneut auf das Alter des Kindes an. Babys und Kleinkinder, können noch nicht auf die Bedürfnisse und Emotionen eines Tieres achten, da sie selbst noch emotions- und impulsgesteuert agieren. Es ist daher besonders wichtig, dass Eltern niemals ihr Kind und Haustiere wie Hund oder Katze unbeaufsichtigt in einem Raum lassen.

Stressabbau

Nicht nur Topmanager, auch Kinder haben bereits im frühen Alter mit Stress zu kämpfen. Vor allem Schulkinder, die nun nicht mehr nur spielen dürfen, sondern mehr und mehr mit dem „müssen“ konfrontiert werden, leiden unter Stress. Haustiere können dazu beitragen Stress ein stückweit abzubauen. Das Streicheln oder Spielen mit dem Haustier kann dazu führen, dass sich Kinder glücklicher und entspannter fühlen. Daher werden immer häufiger Hunde beispielsweise in Grundschulen als Begleit- und Therapiehunde eingesetzt.

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Der beste Freund

Ob Hund, Katze oder Nagetier – Kinder bauen rasch eine enge Beziehung zu dem neuen Mitbewohner auf. Tiere verhelfen Kindern häufig auch zu mehr Selbstbewusstsein. Gerade schüchterne und eher introvertierte Kinder profitieren von einem Haustier. Ihrem besten Freund können sie alle Sorgen, Geheimnisse oder Wünsche anvertrauen, ohne dass es Sorge haben muss, dass jemand etwas erfährt. Wenn dein Kind ein Referat vor der Klasse halten soll oder einen Text vorlesen soll, dann kann es diese schwierige Aufgabe erst einmal vor dem Haustier üben und so das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken.

Das gilt es zu beachten

Nachdem sich der erste Teil des Artikels vor allem mit den positiven Aspekten eines Haustieres befasst hat, gilt es nun über einige weitere wichtige Aspekte nachzudenken. Ein Tier sollte niemals unüberlegt angeschafft werden, ganz gleich wie groß der Wunsch ist. Bevor ein Tier in deiner Familie einzieht, solltet ihr daher folgende Fragen für euch beantworten:

Gibt es Allergien?

Hund und Katze sind nach wie vor die beliebtesten Haustiere. Doch auch Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen stehen hoch im Kurs. Eines haben diese Tierarten gemeinsam: sie alle besitzen ein Fell. Bevor ihr mit dem Gedanken spielt ein Tier anzuschaffen, sollten sich alle Familienmitglieder bei eurem Haus- oder Hautarzt auf mögliche Tierhaarallergien testen lassen. Denn natürlich steht die eigene Gesundheit der Familie an erster Stelle. 

Eine Allergie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und je nach Stärke sogar lebensbedrohlich sein. Daher ist es wichtig, diesen Aspekt bereits im Vorfeld abzuklären. Es wäre sowohl physisch wie auch psychisch eine große Belastung für dein Kind, wenn ihr erst nach Anschaffung des Haustieres feststellt, dass eine Allergie vorliegt und ihr das liebgewonnene Tier deshalb wieder abgeben müsstet. Eine solche Situation wäre sowohl für euch als Familie als auch für das Wohlbefinden des Tieres eine schreckliche Situation und sollte daher im Vorfeld möglichst ausgeschlossen werden.

Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?

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Die Frage der Zeit ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Denn der Vorteil Verantwortung zu lernen, hat gleichzeitig auch den Nachteil der zeitlichen Belastung. So muss ein Hund beispielsweise nicht nur spazieren geführt werden. Viele Hunderassen wurden für einen bestimmten Zweck gezüchtet und brauchen daher regelmäßig auch eine mentale Aufgabe und Training, um ausgelastet und zufrieden zu sein. Auch eine Katze oder ein Kaninchen möchte nicht nur regelmäßig gereinigt werden. Aufmerksamkeit und Zuneigung spielen ebenso eine wichtige Rolle.

Wie viel Geld habe ich zur Verfügung?

Wer ein Haustier in die Familie aufnimmt, der blickt zu Beginn vor allem auf die Anschaffungskosten. Doch auch die weiteren, laufenden Kosten sollten nicht außer Acht gelassen werden. So liegt die jährliche Impfung eines Hundes je nach Tierarzt mittlerweile bei gut 100€. Hinzukommen die Kosten für Zubehör, Futter, Hundesteuer und Versicherung. 

Je älter ein Tier wird, desto häufiger treten, wie auch beim Menschen, Krankheiten auf, die behandlungsbedürftig sind. Mögliche Tierarztkosten in den kommenden Jahren sollten bei der Entscheidung für ein Tier stets im Hinterkopf behalten werden. Tiere wie Kaninchen oder Hase scheinen erst einmal nicht sehr kostspielig zu sein. Hier spielt jedoch die regelmäßige Reinigung eine Rolle. So benötigen Hasen-Halter regelmäßig frische Hobelspäne, um den Hasen eine hygienische Unterkunft zu bieten.

Habe ich die räumlichen Möglichkeiten?

Platz findet sich in der kleinsten Hütte – dieser Satz wird zwar häufig zitiert, gilt allerdings nicht in Bezug auf Haustiere. Wenn ein Tier einzieht, braucht es, wie auch die menschlichen Familienmitglieder die Möglichkeit sich zurückziehen zu können. Hund oder Katze müssen innerhalb der Wohnung die Möglichkeit haben sich entsprechend bewegen sowie an einen ruhigen Ort zurückziehen zu können. Kaninchen, Hasen oder Meerschweinchen sollten einen möglichst großen Käfig für eine artgerechte Haltung haben.

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Wer kümmert sich im Urlaub?

Bevor ihr euch als Familien ein Tier anschafft, gibt es noch eine Frage, die geklärt werden sollte: Wer kümmert sich um das Tier, wenn ihr in den Urlaub fahrt? Tierpensionen haben nicht immer freie Kapazitäten und können häufig sehr kostspielig sein. Eine Alternative zur Ferienpension sind Freunde oder weitere Familienmitglieder, die das Haustier bereits kennen und die sich während eurer Abwesenheit um das Haustier kümmern.

Die richtige Entscheidung treffen

Ob und welches Haustier eine Bereicherung für dein Kind und deine Familie sein kann, lässt sich pauschal nicht sagen und kommt immer auf deine Familiensituation sowie die oben genannten Punkte an. Wenn du dir nicht sicher bist, ist es hilfreich sich noch einmal beraten zu lassen. Viele Tierheime sowie Tierschutzorganisationen bieten eine solche Beratung an und können dir so helfen die richtige Entscheidung für dich und deine Familie zu treffen.

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